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Definition

Was ist Vorhofflimmern?

Unser Herz besteht aus vier Hohlräumen – aus zwei kräftigen, unten gelegenen Kammern und aus zwei oben gelegenen Vorhöfen. Würde man einen gesunden Herzschlag in vier verschiedene Abschnitte unterteilen, läuft dieser in den einzelnen Bereichen folgendermaßen ab:

 

1.   Das Herz ruht vollständig.

2.   Das Blut fließt in das Herz und füllt die Vorhöfe und Kammern.

3.   Durch einen elektrischen Impuls, welcher vom Vorhof in die Kammer übergeleitet wird, ziehen sich die Vorhöfe
      zusammen und pumpen noch mehr Blut in die Kammern.

4.   Nach dem Bruchteil einer Sekunde ziehen sich die Kammern zusammen und pumpen das Blut aus
      dem Herzen in den Körper.

 

Herz_Anatomisch.png

 

Beim Vorhofflimmern schlagen die Vorhöfe sehr schnell und nicht synchron mit den Kammern. Während die normale Herzfrequenz im Bereich von 60 bis 100 Schlägen pro Minute liegt, weisen die Vorhöfe hier 250 bis 400 Schläge pro Minute aus. Da sie mit so schnellen Frequenzen jedoch nicht effizient schlagen können, beginnen sie zu flimmern statt sich vollständig zusammenzuziehen. Da die Vorhöfe mit den Kammern über eine elektrische Erregungsbahn verbunden sind, wird das Flimmern nun auf die Kammern geleitet, so dass es zu einer unregelmäßigen Aktivierung der Pumpfunktion kommt. Somit ist der Vorhofrhythmus nun nicht nur ineffizient, sondern auch nicht mehr richtig mit der Kammeraktivität koordiniert. Das Herz gerät aus dem Takt. Viele Patienten nehmen dies als Herzstolpern wahr.

 

Der Puls ist oftmals auf über 100 Schläge pro Minute beschleunigt. Dies erklärt Beschwerden wie zum Beispiel Herzklopfen, Herzrasen und Schwindel.

 

Als Vorhofflimmern bezeichnet man also vorübergehende oder dauerhafte Herzrhythmusstörungen der Herzvorhöfe. Eine gebräuchliche Abkürzung für das Vorhofflimmern ist auch die Bezeichnung AF (aus dem Englischen: Atrial Fibrillation).